Die Reha

Seit Dienstag, 22.10. bin ich für mindestens drei Wochen auf Reha in Bad Füssing. Hier erhalte ich täglich mehrere Anwendungen wie Physiotherapie, Ergotherapie, Bewegungsschiene (Gerät, das das Bein bewegt), Thermopack (Große Wärmflasche, die unter dem Rücken gelegt wird), Lymphdrainage, Gangschule (um das normale Gangbild wiederherzustellen) usw., somit hält sich die Langeweile von Montag bis Freitag meist in Grenzen. Am Wochenenden und an Feiertagen sieht es da schon etwas anders aus, da an diesen Tagen keine Anwendungen stattfinden und ich aufgrund meiner Verletzungen und noch nicht ganz trockenen Narbe die Therme und den Fitnessraum noch nicht besuchen darf.

Mittlerweile funktioniert das Gehen mit den Krücken schon so gut, dass ich heute Vormittag zum ersten Mal in den in einem Kilometer Entfernung liegenden Edeka gehen konnte. Allerdings sind zwei Kilometer am Stück wirklich die maximal mögliche Strecke, da danach die Füße und die Achseln erheblich schmerzen. Hier das Ergebnis des ersten Einkaufs ohne fremde Hilfe nach dem Unfall:IMAG0481_1

Und das ist im Moment mein Zuhause:IMAG0473_1

Advertisements

Weiter geht’s

Da ich in letzter Zeit mehrmals angesprochen wurde, ob ich meinen Blog fortführen werde, beginne ich nun wieder damit. Am 20. September bin ich vom Krankenhaus entlassen worden. Die Narbe war ca. zwei Wochen später größtenteils trocken, ansonsten hat sich in den vier Wochen, in denen ich zu Hause war, nicht viel verändert, außer dass langsam eine Linderung der Schmerzen eintrat, die Fäden gezogen wurden und ich meinen rechten Fuß durch Krankengymnastik etwas mehr bewegen konnte.

Am 21.20. hatte ich nochmals einen Kontrolltermin im Krankenhaus, wo Röntgenaufnahmen der linken Hand, des rechten Fußes und des linken Knies angefertigt worden sind und anschließend die Kirschner-Drähte in der Hand gezogen wurden. Nun brauche ich hier keine Gips-Schiene und keinen Verband mehr, der Daumen wird nur noch durch eine abnehmbare Schiene gestützt. Aufgrund der Röntgenbilder wurde ebenfalls entschieden, dass ich den Fuß jetzt voll belasten darf und der Winkel der Knie-Schiene von 60° auf 90° erweitert werden soll.

Doch nicht so schlimm

Zur Schulter: Der Arm muss nur noch nachts mit dem Gilchristverband fixiert werden, am Tag darf ich ihn in fast alle Richtungen bewegen, zudem kann ich meine Achselkrücken wieder uneingeschränkt verwenden, Physiotherapie/Mobilisierung ist deshalb wieder möglich und das Zimmer kann ich mit Krücken und Rollstuhl auch wieder ohne fremde Hilfe verlassen.

Normalerweise sollte sich die Schulter in den nächsten Wochen wieder selbstständig stabilisieren, eventuell kann man den Prozess mit Physiotherapie und/oder Krafttraining etwas unterstützen. Falls dies wider erwarten nicht funktionieren sollte, muss doch eine Operation in Erwägung gezogen werden.

Bei der Visite habe ich gerade erfahren, dass am linken Fuß angeblich auch etwas gebrochen sei und ich hier einen Schuh namens VACOped tragen sollte, bei dem der Fuß im 90°-Winkel gehalten, durch eine runde Fußsohle die Abrollbewegung des Fußes gefördert und der Fuß entlastet wird. Ich habe diesen Fuß aber die ganze Zeit zu 100% mit einem normalen Turnschuh belastet und habe dabei kaum Schmerzen verspürt. Mit dem VACOped wäre das gehen auch kaum mehr möglich, da ich am anderen Fuß den Rückfuß-Entlastungsschuh tragen muss, den ich nur mit 15 kg belasten darf.

Es wurde entschieden, dass der Fuß heute geröntgt wird. Falls auf den Röntgenbilder zu sehen ist, dass sich alle Knochen an der richtigen Position befinden und der Heilungsprozess bereits begonnen hat, kann ich den Fuß weiterhin mit dem Turnschuh belasten.

Heute wurde zudem Freitag als voraussichtlicher Entlassungstermin genannt. Mal schauen, obs was wird…

Die Schulter

Wie gestern bereits angesprochen, habe ich mir in der Nacht von Freitag auf Samstag während des Schlafens die linke Schulter ausgerenkt. Mir wird jetzt jede Nacht der betroffene Arm auf den Bauch gebunden, damit ich die kritische Bewegung nicht mehr ausführen kann. Heute Vormittag ist an der Schulter eine MRT-Untersuchung, bei der ich Kontrastmittel durch Infusion erhalten habe, durchgeführt worden. Die Ergebnisse der MRT-Untersuchung und die daraus resultierende Schlussfolgerung, ob die Schulter operativ versorgt werden muss, erhalte ich voraussichtlich morgen Vormittag.

Mobilisierung ist aufgrund der Schmerzen und der Instabilität des Schultergelenks natürlich wieder nicht möglich. Wie zuvor kann ich das Bett nur noch mit fremder Hilfe verlassen.

Über Besuche freue ich mich im Moment mehr denn je, da ich nun eigentlich fit bin, ich aber aufgrund meiner Verletzungen das Bett nicht verlassen kann. Jeder noch so kurze Besuch hilft der Langweile im Krankenhaus etwas entgegen zu wirken.

Die kleinen Veränderungen

Hier der Text, den ich bereits gestern geschrieben habe, aber erst heute veröffentlichen kann. Leider ist vieles von dem heute schon nicht mehr gültig, da ich mir letzte Nacht die linke Schulter während des schlafens ausgerenkt habe und deshalb mein linker Arm nun auf den Bauch gebunden ist. Mehr dazu morgen:

Auf den ersten Blick sichtbare Veränderungen gibt es zwar diesmal nicht, doch manchmal sind es die vielen kleinen Veränderungen, die großes bewirken.

Durch tägliche Physiotherapie werde ich im Umgang mit meinen Krücken immer sicherer, so dass es mir mittlerweile möglich ist, ohne fremde Hilfe auf die Toilette gehen zu können, ganz ohne Urinflasche oder Klostuhl. Ein wirklich unbeschreibliches Gefühl der Unabhängigkeit, was man als gesunde Person nicht im Geringsten wahrnimmt.

Die Strecke, die ich mit den Krücken am Stück zurücklegen kann wird ebenfalls immer größer, da der Muskelaufbau nach fast 2 Wochen Bettlägerigkeit langsam beginnt. Ab morgen wird alles noch einfacher, da der Rückfuß-Entlastungsschuh heute Abend endlich eingetroffen ist.

Kurz zu den Narben: Die Hand wurde heute zum ersten Mal nur noch trocken verbunden, da die Narbe nicht mehr nässt, am Bein sind die oberen zwei Drittel auch schon dicht, nur im Bereich des Fußes blutet es noch ein bisschen. Nach Aussage der Ärzte ist das eine relativ schlecht heilende Stelle, bei der das kein Grund zur Besorgnis sein sollte.

Endlich raus aus dem Bett

Wie gestern bereits erwähnt, gibt es einige Neuigkeiten, die meisten davon sind positiv. Das Territorium, in dem ich mich bewegen kann hat sich von der Größe der Matratze auf das Grundstück des Krankenhauses erweitert. Konkret heißt das, ich habe nun einen Rollstuhl und Krücken, allerdings funktioniert der Umgang mit beiden Hilfsmitteln noch nicht einwandfrei. Mit dem Rollstuhl gehts nicht wie gewünscht, da der Verband an der linken Hand zu wenig Reibung auf das Metallrohr am linken Reifen aufbauen kann, somit bewegt sich dieser nicht. Etwas einfacher wird die Sache, wenn man einen Einweghandschuh, bei dem der Daumen für den Verband weggeschnitten wird, darüber anzieht. Es ist aufgrund der Schmerzen und der Unbeweglichkeit des geschienten Daumens bei weitem noch nicht optimal, aber ich komme langsam voran. Mit den Krücken siehts noch nicht ganz so gut aus, was vor allem daran liegt, dass es sich um Achselstützen handelt (kann ja mein Körpergewicht nicht auf den gebrochenen Mittelhandknochen stützen) und da ich den rechten Fuß noch überhaupt nicht belasten darf. Das wird sich in den nächsten Tagen aber ebenfalls ändern, da ich mithilfe eines Rückfuß-Entlastungsschuhs diesen Fuß mit ca. 15 kg belasten darf. Leider ist dieser Schuh noch nicht da.

Die linke Hand schmerzt kaum noch und die dazugehörige Wunde ist bereits trocken. Der rechte Fuß macht da noch etwas mehr Probleme, da die Wundheilung im Bereich der Ferse aufgrund der Hornhaut sehr langsam verläuft. Hier wirds noch etwas dauern, bis diese Wunde ebenfalls nicht mehr nässt. Der größte Bereich des Fußrückens ist leider immer noch taub und der gesamte Fuß schmerzt an verschiedenen Stellen noch, allerdings sind die Schmerzen nun auszuhalten und manchmal fast ganz verschwunden.

Falls keine Komplikationen mehr auftreten, habe ich die meiste Zeit meines Krankenhausaufenthalts bereits hinter mir. Nun geht es vor allem um Mobilisierung durch Physiotherapie. Der Chefarzt hat sogar vorgestern schon erwähnt, dass ich voraussichtlich heute die Klinik verlassen kann. Nachdem ich ihm aber klar gemacht habe, dass ich zu diesem Zeitpunkt seit 1,5 Wochen im Bett gelegen bin und mit der Mobilisierung noch nicht begonnen wurde, hat er seine Meinung zum Glück wieder geändert. Ich denke, dass ich irgendwann nächste Woche das Krankenhaus verlassen werde und hoffe, dass mir nach vier bis sechs Wochen zu Hause, also bis alle Wunden verheilt sind, Reha genehmigt wird.

Die nächsten Tage im Schnelldurchlauf

Die OPs am Mittwoch und Donnerstag sind ohne Komplikationen durchgeführt worden. Die linke Hüfte kann ich nun, wie vorhergesagt, wieder bewegen, schmerzt nur manchmal etwas. Das linke Knie wird zuerst mit einer festen, nach ein paar Tagen mit einer Beweglichen Schiene, bei der ich das Knie nur bis max. 30° abwinkeln kann, stabilisiert. Die rechte Hand, also die, die nicht operiert wurde, wird jeden Tag etwas schmerzunempfindlicher. Am Anfang waren nur Tätigkeiten wie selbstständig Gabel und Löffel zum Mund führen möglich, später alleine den Joghurtdeckel öffnen, mittlerweile kann ich mich sogar wieder etwas darauf abstützen.

Seit Donnerstag erhalte ich täglich Physiotherapie (sofern ich nicht vergessen werde, was auch schon vorgekommen ist…), am Freitag, also genau eine Woche nach dem Unfall ist mein Hämoglobin-Spiegel (rote Blutkörperchen) auf den bereits gefährlichen Wert 4,7 gesunken, da ich vor allem durch die vielen Hämatome aber auch durch die beiden OPs sehr viel Blut verloren habe, normal ist dieser Wert bei ca. 12. Aus diesem Grund sind Blutkonserven nun unumgänglich. Zwei Stück davon bekomme ich. Daher: Immer fleißig Blutspenden gehen, gell!

Nach diesen Blutkonserven ist der HB-Wert wieder bei über 7: noch nicht optimal, aber wieder im grünen Bereich.

Am gleichen Tag werde ich noch aus der Intensivstation entlassen und komme in ein Spezialzimmer in der Station für Unfall- und Neurochirurgie, in der mein Kreislauf 24h durch ein Dauer-EKG überwacht wird. Die Schmerzen sind mittlerweile erträglich und das Schlafen ist hier auch wieder einigermaßen möglich. In der Intensivstation war das etwas anders, da hier rund um die Uhr das Licht angeschaltet war und alle paar Minuten irgendein Gerät zu pfeifen begonnen hat, zudem war ich der einzige Wach-Patient. Dieser Spuk ist nun vorbei.

Die nächsten Tage sind dann wieder nicht so spannend, hier in dem Überwachungsraum sind alle Geschlechter und Krankheitsgeschichten vertreten, deshalb sind die Patienten mit Vorhängen als Blickschutz voneinander getrennt. Da ich hier nur vorrübergehend bleibe, ist das aber kein großes Problem und allemal besser als auf der Intensivstation.

Am Montag werde ich dann in ein normales Zimmer verlegt: ein vierer-Zimmer mit drei weiteren Unfallpatienten, mit denen ich mich auf Anhieb gut verstehe.

Da ich heute bis fast 21:00 Uhr Besuch hatte (ja Flo und Tobi, ihr trägt die volle Verantwortung für den fehlenden Informationsfluss 😛 ), werde ich über den heutigen Tag erst morgen berichten. Nur so viel vorweg: Es gibt viel zu erzählen und zwar ausschließlich positives.

to be continued…